Steuern lernen - Übung macht die Meisterin

Jedes Crewmitglied kann während eines Törns die Segelyacht selbst steuern. Der Skipper zeigt euch, wie es geht. Der jeweilige Kurs läßt sich nach Landmarke steuern, nach Kompass oder nach GPS. Dabei muss man Wind und Welle berücksichtigen. Je nach Kurs zum Wind kann das knifflig und berauschend schön sein. Das Gefühl dafür bekommt ihr durchs Tun. Einfach machen und immer wieder den Erklärungen des Skippers folgen.

 

Der Steuermann achtet aber nicht nur auf den Kurs, sondern auch auf die richtige Segelstellung, die er bei Bedarf korrigiert. Je nach Windstärke verkleinert oder vergrößert er die Segelfläche. Er muß außerdem alles um das eigene Boot herum im Blick haben. Auf andere Schiffe reagieren und ihnen ausweichen, auf schnellere und größere Boote achten. Der Skipper erklärt euch die Vorfahrtsregeln auf See. Wenn es nötig ist, gibt der Steuermann der Crew Anweisungen für zu fahrende Manöver wie Wenden oder Halsen. Er kündigt diese an und führt sie durch.

Verschiedene Faktoren wie Windkraft, Schiffsgeschwindigkeit, Bootstyp, Wellenform, der Kurs, die Besegelung und die Tageszeit haben Einfluß auf das Steuern. Am Anfang ist die richtige Technik vielleicht nicht gleich verständlich. Doch mit jeder selbstgesteuerten Seemeile wächst die Erfahrung und der Kurs wird ruhiger, glatter.

Ein guter Steuermann kann das Schiff schnell machen. Denn das Steuerruder im Wasser erzeugt am wenigsten Widerstand, wenn es gerade steht. D.h. auf kleine Ruderausschläge achten und das Ruder immer wieder gerade stellen. Das geht aber nur, wenn die Segelgröße richtig eingestellt ist. Zuviel Segelfläche muß mit Gegenruder kompensiert werden und das ist kräftezehrend und langsamer als ein ausgewogenes Verhältnis. Wir lernen das an Bord.

 

Steuern macht Freude. Such Dir ein Ziel am Horizont und steuere darauf zu. Ist das nicht auch ein Lebensrat? Denn wie im Leben auch, versucht dich vieles von deinem Ziel abzulenken. Doch du bist der Steuermann und wirst immer wieder gerade ziehen.