Der Außenborder - eine Kurzanleitung

Der Begriff Außenborder ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Außenbootmotor. Das Besondere an ihm ist, daß Motor, Kraftübertragung, Getriebe und Propeller so zu einer Einheit verbunden sind, dass er mit wenigen Handgriffen vom Boot aus an- und abgebaut werden kann. Der Außenborder wird am Dinghi angebracht, einem kleinen Schlauchboot, mit dem wir zwischen Yacht und Land pendeln können. Der Motor sollte vor der Reise unbedingt getestet werden. Und zwar am besten bei einer Proberunde durch den Hafen.


Es ist ratsam, eine Sicherungsleine an den Außenborder zu binden, wenn er auf das Dinghi gesetzt wird. Das Abschrauben und Befestigen kann hundert Mal gut gehen, doch beim 101. Mal landet der Motor nicht mehr erreichbar im fünf Meter tiefen Wasser oder im trüben Hafenbecken. Dann heißt es Tauchen - ob mit oder ohne Sicht. Findet sich der Außenborder wieder, muss er mit Süßwasser abgespült und einen Tag getrocknet werden. Dann funktioniert er meist wieder. Das Ziehen an der Startleine ist strengstens verboten, bis der Motor vollständig getrocknet ist. Sonst gelangen Reste von Salzwasser in den Zylinder. Dadurch korrodiert das Innere und die Wahrscheinlichkeit, dass der Motor wieder anspringt, sinkt.

Wie funktioniert der Außenborder?

Der Außenborder muß fest mit dem Dinghi verschraubt sein. Zuerst den Gang auskuppeln und den Benzinhahn  öffnen, sowie die Entlüftungsschraube auf dem Tankdeckel mit einer Umdrehung öffnen. Bei kaltem Motor wird auch der Choke eingeschaltet/gezogen. Durch einige beherzte Züge am Startseil springt der Motor an. Achtung! Immer ein Blick zurück, schon oft wurden Segelkameraden vom Motorenstarter ausgeknockt.

An der Motorpinne ist der Gasdrehgriff befestigt, nun heißt es nach vorne und rundherum schauen, wenn frei, geradeaus halten, einkuppeln und gefühlvoll beschleunigen. Die Mitfahrer im Schlauchboot sollten sich hinsetzen. Es dürfen kein Stottern des Motors oder metallische Klänge vernommen werden. Die meisten Außenborder sind wassergekühlt, somit muss ein Wasserfaden aus dem Schraubenschaft spritzen. Wenn das nicht der Fall ist, ist der Impeller kaputt oder etwas im Kühlkreislauf verstopft, dadurch wird der Motor dann schnell zu heiß und klemmt, sprich geht kaputt. Das Problem kann vom Vercharterer leicht behoben werden. Erfahrungsgemäß sind also Außenbordermotoren vor der Abfahrt im Wasser zu checken.

Noch ein Blick auf die Tankanzeige. Viertakter brauchen Benzin, Zweitakter Treibstoffgemisch. Niemals Diesel!


Auf See ist es wichtig, so zu fahren, dass der Außenborder möglichst keine Wasserschwalle abbekommt. Fällt der Motor aus, kann natürlich auch gepaddelt werden, aber nur, wenn die Paddel eingepackt wurden!

 

Ein Außenborder kann sogar die gesamte Yacht antreiben, so wie man diese auch schwimmend ziehen kann, sofern Windstille ist. Bei niedriger Geschwindigkeit hat auf Wasser Schweres sehr wenig Widerstand.  

Alles richtig bedient? Entlüftung auf? Benzinhahn auf? Gang drin? Alles richtig festgeschraubt? Dann geht's los !

 

Doch Achtung, bitte ein Blick zurück, alle weit genug von der ausgestreckten Startschnur entfernt? Denn der plötzliche Schwung beim Starten mit der Startschnur und dem ausgestreckten Arm hat schon manchen Kameraden unbeabsichtigt getroffen!